Auf dem Töpferhof Döscher in Tewswoos dreht sich nicht alles einzig um die Handwerkskunst. Die vergangenen 16 Tage hatten Hofbetreiber Fritz Döscher und seine Familie Pfadfinder aus Dülmen im Münsterland zu Gast.
TEWSWOOS – Insgesamt 95 Jungen und junge Männer im Alter von acht bis 20 Jahren sowie 25 Betreuer campierten in einem Zeltlager auf dem Gelände.
Bereits zum fünften Mal wählte die katholische Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), genau, der Stamm Heilig Kreuz Dülmen, diesen Standort für ihr Sommerlager.
“1991 waren wir das erste Mal hier. Wir wollten Ostdeutschland kennen lernen und es hat uns auf Anhieb gut gefallen”, erklärt Andre Kluge, Leiter des Camps. “Die Gegend hier ist irre, die Landschaft ist ein Traum. Hier ist man der Natur ganz nahe”, schwärmt er.
Bei dem Stamm handelt es sich um den größten Jungenstamm in Deutschland. 190 aktive Mitglieder zählt er. Nun mag sich der eine oder andere fragen, was denn ein Pfadfinder eigentlich ist, was es mit dieser “Freizeitbeschäftigung” auf sich hat. Andre Kluge gibt die Erklärung: “Das Prinzip des Gründers war, dass alle Schichten, alle Menschen gleich behandelt werden, dass es keine Unterschiede gibt. Deshalb tragen auch alle die gleichen Klufthemden. Der Gemeinschaftssinn ist ein großes Thema, ebenso wie die Wissensvermittlung rund um die Natur, der Umgang mit dem Kompass und der Karte sowie Erste Hilfe.”
Nach einer festgelegten Struktur werden die Mitglieder dem Alter entsprechend in Stufen eingeordnet. Die Acht- bis Elfjährigen heißen Wölflinge, als Jungpfadfinder werden die Elf- bis 14-Jährigen bezeichnet. Pfadfinder dürfen sich die 14- bis 16-Jährigen nennen. Rover sind schließlich Mitglieder von 16 Jahre bis 20 Jahre.
Das Sommerlager sei, wie Andre Kluge meint, stets der Höhepunkt im Jahr. Es wird immer unter einem anderen Motto durchgeführt. “Asterix und Obelix in Meck-Pomm” lautete es dieses Mal. Dementsprechend, arbeiteten die Betreuer Tagesprogramme und Aktionen aus. So baute der Stamm gemeinsam einen Turm und einen hohen Zaun aus Holz, wodurch die Atmosphäre eines gallischen Dorfes geschaffen wurde. Kämpfe gegen die Römer fanden statt. Bei Stationsspielen galt es beispielsweise die Zutaten für den Zaubertrank, der leider ausgegangen war, zu suchen. Natürlich gab es auch Schwein zu essen.
In der zweiten Woche machten sich die Teilnehmer auf zu den Touren. Während die Wölflinge die nähere Umgebung erkundeten, marschierten die Jungpfadfinder zu Fuß nach Ludwigslust. Die Pfadfinder wiederum waren drei Tage unterwegs. Sie wanderten bis nach Schwerin, legten somit an die 60 Kilometer Fußmarsch zurück. Ob dieser Ausflug kräftezehrend war, brauchte bei der Rückkehr am Freitag nicht mehr gefragt zu werden. So sah man etwa dem 15-jährigen Alexander die Anstrengungen an und dennoch “es hat Spaß gemacht. Wir haben viel erlebt und vor allem das Kanufahren in Schwerin war toll”, meinte er. Die Rover waren fünf Tage mit Fahrrädern unterwegs. Schon am ersten Tag erreichten sie Hamburg.
Interessant ist zu wissen, dass die Stammesmitglieder beim Start noch gar nicht wissen, wo sie übernachten werden. Dies würde sich dann am Zielort ergeben, so Andre Kluge. Untergekommen seien alle Gruppen.
Auf das nächste abenteuerliche Sommerlager in Tewswoos freut sich der Stamm bereits.
Quelle: Schweriner Volkszeitung
Download als PDF: Pfadfinder aus Münster schlugen ihre Zelte auf - SVZ 07/09 (331)
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